Park Rosenau

Das Schloss Rosenau ist ein Schloss inmitten einer Parkanlage in Oeslau, am Rande des Stadtgebiets von Rödental bei Coburg, Bayern. Es ist Geburtsort von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, dem späteren Gemahl der britischen Königin Victoria.

Gerade die Harmonie von Schloss, Park und Landschaft macht den besonderen Reiz der Rosenau als ein „Gesamtkunstwerk“ der Romantik aus. Der nach englischen Vorbildern angelegte Landschaftsgarten geht auch heute noch ohne eingrenzende Mauern und Gitter in die Umgebung über und zeugt so von der Verbundenheit mit der Natur und mit den sie bewohnenden Menschen.

Der ab 1805 über 200 Hektar umfassende Park ist heute auf ein Sechstel seiner ursprünglichen Größe reduziert, zeigt aber immer noch Anklänge an die Gartenbaukunst eines englischen Landschaftsgartens mit typischen Gestaltungselementen und Bauwerken. Abgesehen vom eigentlichen Schloss mit seinen Nebengebäuden wird der Park von der 1820 gebauten klassizistischen Orangerie beherrscht, die bis 1989 zur Überwinterung wertvoller exotischer Pflanzen wie Palmen und Zitruspflanzen genutzt wurde. Ein kleiner Rosengarten erstreckt sich vor der Glasfront des lang gestreckten Gebäudes.

Im dreiflügeligen Teehaus mit seiner plattenbelegten Terrasse und auf den Wiesen der Rosenau wurden einst Feste gefeiert, bei denen oft „die gesamte Bevölkerung der umliegenden Ortschaften Gäste des Herzoghauses waren“. Anlässlich der Hochzeit Ernsts I. mit Dorothea Luise wurde zur Freude von Bürgern und Bauern ein großes Turnierfest abgehalten, bei dem die geladenen Gäste des Adels in mittelalterlichen Rüstungen und Gewändern als Hauptakteure auftraten. Zur Erinnerung an dieses außergewöhnliche Ereignis errichtete man auf einem Hügel in der Nähe des Schwanenteichs eine „Turniersäule“, einen rechteckigen Pfeiler mit vier Wappen und einer kleinen Sonnenuhr. Unweit davon befinden sich. in den Abhang zur Itz eingebettet, ein künstlicher Wasserfall, eine ebenso künstliche Grotte und etwas flussabwärts unterhalb des Schlosses die Eremitage, die einen in den Felsen gehauenen Eiskeller kaschiert.

Das schon erwähnte „Kavaliershaus“, ein auf einer Anhöhe gelegenes imposantes, im Fachwerkstil des 16. Jahrhunderts gehaltenes Gärtnerhaus und die daran anschließenden Remisen und Stallungen runden das Ensemble ab.

Eine Schweizerei genannte Meierei stellte die Versorgung des Schlosses mit landwirtschaftlichen Produkten sicher. Den Gutshof ließ Herzog Ernst I. an Stelle des Dorfes Hamberg am südlichen Rand des großen Ursprungsparks nahe am Ort Oeslau errichten. 1820 war das im Stil eines Schweizer Sennenhauses gestaltete Hauptgebäude fertiggestellt. Um die Illusion perfekt zu machen, holte der Herzog drei Sennen und drei Mägde aus der Schweiz, die den Hof bewirtschafteten. Auch 18 Stück Grauvieh und ein Bulle kamen aus Graubünden. Die Schweizerei wurde bis in 1990er Jahre als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Aufgrund der Insolvenz des Eigentümers, der Porzellanfabrik W. Goebel, stand das denkmalgeschützte Gebäude längere Zeit leer, bis es eine Familie 2011 kaufte.[2]

Am nördlichen Rand des Parks, unmittelbar am Ort Unterwohlsbach im Itzgrund gelegen, errichtete man mit mehreren Gebäuden im fernöstlichen Baustil das „Prinzessinnenbad“, eine kleine Badeanstalt für die herzogliche Familie und deren Gäste. Die hübsche Anlage widerstand jedoch auf Dauer nicht der regelmäßig über die Ufer tretenden Itz und wurde um 1905 abgerissen. Lediglich die Reste zweier Steinbrücken blieben erhalten.


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