Schlosspark Schloss Wiesenburg

Das Schloss Wiesenburg steht südlich des Ortskerns von Wiesenburg im Bundesland Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark am Rande der Brandtsheide im Naturpark Hoher Fläming. Der dazugehörende, öffentlich zugängliche Schlosspark erstreckt sich zwischen dem Schloss und dem Bahnhof Wiesenburg und steht seit 1982 unter Denkmalschutz.

Der 110 Hektar große Schlosspark ist mit seinem reichen Bestand an ausländischen Gehölzen zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Er wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Bis dahin hatte das Gebiet den gräflichen Besitzern hauptsächlich als Wildgehege (Fasanerie) gedient. Der Förster Gebbers war der eigentliche Schöpfer des Parkgeländes. Er gab ihm durch umfangreiche Anpflanzungen, insbesondere von Nadelhölzern aus Westeuropa, Amerika, Japan und China, sein heutiges Aussehen. Besonders der Anbau der schnellwüchsigen Douglasie in geschlossenen Beständen ist erwähnenswert. Diese in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aus Nordamerika eingeführte Nadelholzart wurde, nach einigen missglückten Anbauversuchen in Schleswig-Holstein, zuerst nur als Einzelstamm, in den seltensten Fällen als Gruppe eingepflanzt.

Die Tanne ist mit Hemlock-, Spieß-, Riesen- Sitkatanne am zahlreichsten vertreten. Ihr folgt die Fichte mit Zwerg-, Zwergschwanz-, Tigerschwanz- und Blaufichte. Eine Vielzahl von Zypressen- und Zedernarten, verschiedene Magnolien und große Flächen von Azaleen vermitteln fremdländische Eindrücke. Neben Gold- und Zerreichen wächst hier der seltene Ginkgo biloba. Zu einer dendrologischen Besonderheit haben sich die Rhododendren entwickelt. Sie bedecken weite Flächen im Südteil des Parks als Unterbau in Eichen- und Buchenbeständen. Am Rand des Baumbestandes befinden sich Baumriesen mit einem Alter von mehr als 400 Jahren und einem Umfang von mehr als fünf Metern. Diese alten Buchen und Eichen werden von je einer Schwarz- und einer kanadischen Pappel – beide sind etwa 125 Jahre alt – an Umfang und Höhe noch weit übertroffen. Sie lassen die Pappel als eine schnellwachsende Holzart erkennen.

Eine Treppe, deren Wände mit Glyzinen überwachsen sind, führt über die Hauptterrasse des Schlosses auf den Altanen. Schöne Figurengruppen und reich verzierte Vasen des Berliner Bildhauers Alexander Calandrelli wecken das Interesse des Besuchers. Diese Arbeiten sind aus Majolika hergestellt. Die große Silberlinde in Ostteil der Hauptterrasse beschattet eine italienische Pergola mit drei Wandreliefs, die das Frühjahr, den Sommer (Getreideernte) und den Herbst (Weinlese) darstellen. Steinerne Fabeltiere bilden Stützen der Sitzbänke.


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