Schlossinsel und Garten Schloss Bothmer

Das Schloss Bothmer befindet sich am Rande der nordwestmecklenburgischen Kleinstadt Klütz. Der denkmalgeschützte Komplex aus mehrflügeligem Schloss und rechteckiger Garteninsel bildet die größte erhaltene Barockanlage Mecklenburg-Vorpommerns. Die zum Schloss führende Festonallee ist ein in Deutschland einzigartiges Gartendenkmal.

Das Schloss steht auf einer rechteckigen Insel, die nach niederländischem Vorbild von einer Graft umgeben ist. Die Grabenanlage hatte nicht nur rein ästhetische Gründe, denn das Schlossgelände befindet sich in einer Niederungszone, und die Graft diente der Entwässerung des feuchten Gebiets. Der Aushub wurde zudem benötigt, um die Inselfläche aufzufüllen und zu ebnen. Die Insel ist 345 Meter lang und 205 Meter breit. Auf Höhe des Ehrenhofs sind die Gräben etwas schmaler, sodass die Insel dort sogar eine Breite von 220 Metern erreicht. Die Gesamtfläche der Schlossinsel beträgt gut 7 Hektar, wovon Schloss und Ehrenhof ungefähr das südliche Viertel einnehmen. Das Randgebiet der Insel ebenso wie die äußeren Ufer der Graft waren ursprünglich durch Lindenalleen gegliedert, die im Laufe der Jahrhunderte aber zum Teil für Feuerholz gefällt wurden, dies besonders nach dem Zweiten Weltkrieg. Die für den Parkbereich zuständige Gärtnerei befand sich südlich außerhalb der Schlossinsel. Dort wurde auch ein Obstgarten angelegt, der in Grundzügen noch existiert.

Der Schlossgarten wurde zeitgleich mit dem Schloss angelegt, doch ist sein ursprüngliches Aussehen im 18. Jahrhundert nicht bekannt. Es existieren aus der Zeit lediglich wenige und zudem widersprüchliche Skizzen, von denen nicht sicher ist, ob sie eine geplante Gestaltung oder die Umsetzung darstellen. Der Garten wird als typischer Barockgarten niederländischer Prägung gestaltet gewesen sein. Die Pläne lassen einen dreigeteilten Aufbau mit zwei äußeren Broderieparterres und einem mittleren Rasen- oder Wasserparterre vor dem Corps de Logis ebenso möglich erscheinen wie einen der heutigen Struktur ähnlichen Gartenbereich, in dem seitliche Boskette ein mittleres Parterre mit halbrundem Abschluss rahmten. Ein Teil der Pflanzen wurde 1731 beim Konkurs des Guts Sierhagen in Schleswig-Holstein erworben. Der Garten hatte Sichtachsen auf die natürliche hügelige Umgebung als Vorwegnahme der Gartentheorie der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Schlossgarten wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts in einen Landschaftsgarten umgewandelt, wobei seine durch Alleen gegliederte Grundstruktur weitgehend erhalten blieb. In die Mitte des Parterres wurde zu dieser Zeit ein nierenförmiger Teich eingelassen, außerdem wurden exotische Solitärbäume sowie Rhododendren und Azaleengruppen gepflanzt.

Große Teile der Alleebäume wurden im Winter 1945/1946 gefällt und zu Brennholz verarbeitet. Ein in Fachwerk errichtetes Haus im östlichen Schlossgarten diente während der Lazarettzeit als Kühlhaus für die Verstorbenen, von der lokalen Bevölkerung wird es seither Weiße Leiche genannt. Die Reste der einstigen Orangerie wurden nach 1950 abgerissen und der frühere Eiskeller zugeschüttet. Nachdem das Schloss zu einem Altenheim umgestaltet worden war, sollte der Garten für die Erholung der Heimbewohner dienen. Ab 1969 wurden Neuanpflanzungen für die nach dem Krieg gefällten Bäume durchgeführt. Da Holländische Linden nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung standen, wurden die Alleen auch mit anderen Lindenarten aufgeforstet. Um den Erhalt und die Gestaltung des Schlossgartens kümmerten sich ab 1973 Klützer Bürger. In dieser Zeit wurde der ringförmige Weiher anstelle des früheren Teichs angelegt, zahlreiche Blütenpflanzen wie Schlüsselblumen und Windröschen ausgesät und in der Weißen Leiche, die im 19. Jahrhundert Teil einer Gartenkegelbahn war, ein Café eingerichtet. Nach einer Zeit der Vernachlässigung wird der Garten seit der Übernahme durch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern 2006 wieder gärtnerisch gepflegt. Das Teehaus ist gegenwärtig geschlossen, eine Freilichtbühne im nördlichen Gartenbereich dient als Austragungsort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2009 war der Schlossgarten einer der Außenstandorte der Bundesgartenschau.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schlossinsel und der Garten Schloss Bothmer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.