Hofgarten Schloss Meßkirch

Der 1735 als architektonischer Landschaftsgarten mit schnurgeraden Alleen, Wasserbassins und von der Gartenschere in Form gebrachte Pflanzen geplante Hofgarten kam nie zur Ausführung. Sein Bauherr Froben Ferdinand zu Fürstenberg starb während der Planungen. Bereits Froben Christoph von Zimmern plante, den Garten als Obstgarten anzulegen.

Die kleine Lösung des heutigen Hofgartens wurde im Jahr 1736 als Schlosspark nach Plänen von Johann Caspar Bagnato im französischen Stil angelegt und mit über 300 Linden bepflanzt, von diesen stehen heute noch 44. Im Dezember 1985 mussten 25 Bäume gefällt werden. Von den insgesamt 300 Bäumen im Hofgarten haben 57 ein Alter von 200 Jahren und älter. Die Besonderheit des Altbaumbestandes liegt zum einen in der hohen Anzahl der sehr alten Linden, was regional einzigartig ist, und zum anderen im guten Gesundheitszustand der Bäume. Generell sind alle Bäume im Inneren hohl. Meistens besitzen sie jedoch genug Restwandstärke, welche die lebenserhaltende Versorgung sicherstellt. Allgemein lässt sich auf dem ganzen Gelände ein großer Pflegerückstand sowie ein sehr hohes Vorkommen an Totholz feststellen. Bei rund 50 Prozent der Bäume ist eine Wuchserziehung mit Pflegeschnitten, Kronensicherung und Einkürzungen überfällig, um die Vitalität der Bäume langfristig zu erhalten. In der Vergangenheit sind immer wieder Stammschäden durch das Rasenmähen im Hofgarten entstanden. 2011 wird die Stadt mit der Kronensicherung beginnen.

Der Springbrunnen mit einer Fontäne in einer gepflasterten Wanne im Hofgarten wurde einst von der Firma Dual gestiftet. Die Parkanlage mit barocker Struktur war einst Privatgarten mit Wege- und Sichtachsen, sowie Parterreflächen. Der Hofgarten veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte mit den Anforderungen der Öffentlichkeit.

Zur 750-Jahr-Feier der Stadt Meßkirch im Jahr 2011 soll sich der Hofgarten als gestalterisches Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Bürgern und Landschaftsplanern neu präsentieren. Hierzu fand 2009 und 2010 jeweils ein Bürgerworkshop statt. Bei der Neugestaltung soll unter anderm der Kinderspielplatz vergrößert und der Verlauf des Mettenbachs verändert werden.

Im April 2010 liefen im Hofgarten Erhebungen für ein Parkpflegewerk, mit dem Sinn der Eintragung in das Denkmalbuch. Bislang besteht für Hofgarten und Schloss gemeinsam Ensembleschutz. Zwischenzeitlich wurde er zum Naturdenkmal ernannt. Die Eintragung in das Denkmalbuch und die Erstellung eines Pflegewerkes sind Grundvoraussetzungen für die Anerkennung des Hofgartens als „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“.

Der Arten- und Individuenreichtum im Hofgarten ist bedeutend: Im Hofgarten kommen 44 Vogelarten vor, darunter 31 Brutvogelarten und drei durch die Rote Liste gefährdeter Arten streng geschützte (Merlin, Grünspecht und Turmfalke) sowie 16, die auf der Vorwarnliste stehen (wie zum Beispiel Fitis, Feldsperling und Fichtenkreuzschnabel). Regionale Besonderheiten seien der Fichtenkreuzschnabel, eine Starenkolonie und eine Kolonie von Wacholderdrosseln. Bei den Käfern kommen im Park und der Streuobstwiese insgesamt 40 Holzkäferarten vor. Besondere Bedeutung besitzt der, zu den vom Aussterben bedrohten Arten zählende Große Lindenprachtkäfer. Er besitzt hier ein zwischen Schwäbischer Alb und Alpen einzigartiges Refugium und besiedelt 27 Linden, vor allem im Randbereich des Hofgartens. Für Fledermäuse ist der Hofgarten eine sehr wertvolle Fläche. Park, Streuobstwiese und angrenzendes Offenland sind ein ideales Jagdhabitat.


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